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Germersheim Artikel
Germersheim ist eine Kleinstadt mit etwa 20 Tausend Einwohnern in Rheinland-Pfalz. Sie ist eine verbandsfreie Stadt sowie Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. == Geographie ==
Die Stadt liegt direkt am linken Rheinufer, zwischen Ludwigshafen/Mannheim und Karlsruhe, ungefähr 15 km südlich von Speyer.
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Nach der Eroberung Galliens durch Gaius Iulius Caesar bildet der Rhein die römische Reichgrenze gegen Germanien. Später wurden noch kleinere Teile östlich des Rheins erobert und zur römischen Provinz Agri decumates. Nach dem stets mehr fränkische und alemannische Stämme diese Provinz bedrängten, wurde sie 275 / 276 aufgegeben und der Limes an den Rhein zurückverlegt. Die Römer errichten am Ort des heutigen Germersheim ein Soldatenlager namens "Vicus Julius" zur Sicherung dieser Grenze. Das Lager wurde bis in das 4 Jahrhundert unterhalten.
Der Name Germersheim wird das erste Mal 1090 in der Sinsheimer Chronik urkundlich erwähnt. Der Ort erhielt am 18. August 1276 durch König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen. Doch Rudolf von Habsburg kann Germersheim nicht wirklich gemocht haben. Es geht die Legende, dass er trotz schwerem Fiebers von Germersheim nach Speyer ritt um dort zu sterben und nicht in Germersheim.
Schon in dem Jahre 1325 verpfändete Kaiser Ludwig IV die Stadt an die Pfalzgrafen bei Rhein. Da die Stadt durch den Kaiser nicht ausgelöst wurde, fügte Pfalzgraf Rudolf II. von Wittelsbach in dem Jahre 1329 Germersheim seinem Herrschaftsgebiet hinzu. 14. Jahrhundert wird Germersheim Landvogtei, später Amts- und schließlich in dem 18. Jahrhundert Oberamtsstadt. Der Orden der Serviten gründeten 1298 ein Kloster, das sie bis 1527 betrieben.
Nach den großen Katastrophen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, Pest und Dreißigjähriger Krieg war die Bevölkerung auf wenige Familien geschrumpft. Weitere Zerstörungen erfuhr die Stadt in dem Rahmen des pfälzischen Erbfolgekrieges durch französische Truppen unter Marschall Turenne in dem Jahre 1674, die auch das Königsschloss zerstörten. Lediglich die Krypta und die Grundmauern der katholische Kirche wiederstanden dem Feuer. 1699 siedeln sich die Franziskaner in Germersheim an und bleiben bis 1793.
In den Jahren 1793 bis 1814 gehörte Germersheim zu Frankreich. Nach Ende der französischen Besetzung begannen die Überlegungen Germersheim zur Festung auszubauen um weitere Angriffe Frankreichs abzuwehren. Die Festung sollte eine der modernsten Festungen französischer Bauweiße werden. Der Bau der Festung begann in dem Jahre 1831. Es wurden viele Kilometer Minengänge in die Fluren rund um Germersheim gegraben, die man noch heute bei Bauvorhaben finden kann. 1855 waren die Bauarbeiten an der eigentlichen Festung beendet, doch zog sich das Graben der Minengänge bis 1861 hin. Als der Bau schließlich beendet war, war die Festung bereits veraltet. Bei der Planung der Festung hatte niemand mit einer solch rasanten Entwicklung der Reichweiten und Durchschlagskraft von Geschützen gerechnet. Der einzige Effekt der Festung war, dass sie von nun an die Stadtentwicklung behinderte. Außerhalb der Festungsmauern durften keine Häuser und Fabriken errichtet werden und der Platz innerhalb war stark begrenzt. So entwickelte sich Germersheim zu einer fast reinen Garnisonsstadt, in der zu dem Ausbruch des ersten Weltkrieges das 17. bayrische Infanterieregiment stationiert war.
1921/22 wurde die Festung wie in dem Versailler-Vertrag festgelegt geschleift. Lediglich kleine Teil der eigentlichen Festungsanlage blieben erhalten. Schon 1936 wurde Germersheim wieder Garnisonsstadt. In dem zweiten Weltkrieg war das Strafbatallion 999 in Germersheim stationiert. Gerneralleutnant Hans von Sponeck, der gegen ausdrücklichen Befehl Hitlers in dem Winter 1941 seinen hoffnungslos unterlegenen Truppen den Rückzug befahl, wurde hier nach der Umwandlung seines Todesurteiles in Festungshaft genommen. Nach dem Attentat vom 20.07 1944 wurde er obwohl unbeteiligt erschossen.
Auch nachdem zweiten Weltkrieg wurden wieder Truppen in Germersheim stationiert, zuerst amerikanische später auch wieder deutsche Einheiten. In Germersheim gab es 5 Kaserenen der Bundeswehr, 4 davon wurden ausschließlich von Heereseinheiten genutzt. Das 1980 neu errichtete Luftwaffendepot wurde zusammen mit einer LwKfzTrspStff, des LwVersRgt 4, in der 1965 neu errichteten "Hans Graf von Sponeck Kaserne" in der ausschließlich, seit1965, Luftwaffeneinheiten unter anderem der Stab/LwAusbRgt 4 sowie III/LwAubBtl 4 mit
zeitweise bis zu 6 LwAubKp, stationiert. Der Zusammenbruch des Warschauer Paktes führte zu einer merklichen Reduzierung der amerikanischen und deutschen Truppen in Deutschland und besonders in der Pfalz, welche auch Germersheim betraf.
Ein Ereignis erschütterte Germersheim vom 20. bis 22. Mai 1972: das 2. britische Rock Festival. Erst nach Anlaufen des Kartenvorverkaufes erfuhren die Oberen der Stadt Germersheim von diesem Festival und verbotenes umgehend. Jedoch setzte sich bald die Erkenntnis durch, dass der Massenansturm der Besucher nicht mehr zu bremsen sei und die Durchführung des Festivals das kleinere Übel. Darum wurde das Verbot am 18.05.1972 aufgehoben und das Festival konnte wie geplannt durchgeführt werden. Über 70 Tausend Besucher hörten Bands wie: Pink Floyd, Status Quo, Spencer Davis Group, Uriah Heep, Kinks, Wind uvm.
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In Germersheim betreibt DaimlerChrysler ein Logistikzentrum, außerdem gibt es eine Glasfabrik und eine Möbelfabrik. == Öffentliche Einrichtungen ==
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In Germersheim befindet sich der Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften der Universität Mainz
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Kultur und Sehenswürdigkeiten |
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Noch heute kann man Teile der alten Festungsanlage besichtigen. Besonders zu erwähnen sind hier Fronte-Beckers und Fronte-Lamotte. Aber auch die beiden Stadttore sind sehenswert.
Auch wenn sie sicher nicht mit dem 15 Kilometer entfernten Speyerer Dom konkurrieren kann, so ist diese gotische Klosterkirche für jeden der einmal nach Germersheim kommt einen Besuch wert.
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Regelmäßige Veranstaltungen | |
1. Wochenende in dem September: Strassenfest auf dem Kirchplatz.
Buch-Tipp: Stadtplan Germersheim. 1:16000 Um ausführliche Informationen zum Buch " Stadtplan Germersheim. 1:16000" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
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- Eduard Orth (* 13.10.1902 in Germersheim, † 31.03.1968) Kultusminster des Landes Rheinland-Pfalz von 1956 bis 1967
- Karl Schmitt-Walter (* 23.12.1900 in Germersheim, † 14.01.1985 in Kreuth) Bühnensänger
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